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Die immergrüne Tanne ist in vielen Kulturen ein Symbol für die Wiederauferstehung und das ewige Leben. In unseren Breitengraden dekoriert die Tanne als Christbaum geschmückt die heimischen Wohnzimmer. Wir verbinden die frühesten Kindheitserinnerungen mit dem Tannenbaum als Ort der Freude – denn unter den Zweigen warteten unsere Geschenke auf uns. Die Redakteur*innen der DELAY Redaktion erzählen, was der Tannenbaum für jeden Einzelnen von ihnen persönlich bedeutet. DELAY Magazine

Der Tannenbaum – Delay Redaktion

Michael Kendlbacher 

Ein kleiner Tannenbaum frisch aus dem 3D-Drucker wäre schon zum Überlegen. Auch wenn ich kein Freund von Plastik bin, wäre mir ein Plastikbaum vielleicht lieber, als die 25.000 miteingeschleppten Insekten. Ein geschmückter Baum am Heiligen Abend mit seinen Liebsten ist immer was Besonderes, egal ob Plastik oder echt.

Matthias Lehar 

Für Kinder ist die im Wohnzimmer stehende Tanne eine Sensation. Denn eigentlich gehört sie ja in den Wald. Meine Eltern haben zwei Tage vor Weihnachten das Wohnzimmer blickdicht abgeriegelt, damit die Sensation mit Wunderkerzen und bunten Lichtern perfekt war. Dieselbe Sensation möchte ich meinen Kindern nicht vorenthalten. Aber vielleicht mit einer echt wirkenden Plastiktanne, die du dann zehn Jahre lang verwenden kannst, und Tannenreisig für den Duft und als Dekoration.

Tannenbaum

Der Tannenbaum in der Mariahilferstraße in Innsbruck © Michael Kendlbacher

Fero Zboray

Als ich noch mit meinen zwei jüngeren Geschwistern bei meinen Eltern gewohnt habe, wurde der Weihnachtsbaum erst am 24. Dezember geschmückt. Während die Mama gefühlte zehn Nervenzusammenbrüche beim Kochen bekam, gehörte das Wohnzimmer uns – den Kindern. Zuerst wurden die Weihnachtskugeln aufgehängt, danach die Schokolade, die wir natürlich vorher sorgfältig getestet haben. Zum Schluss brachten wir die Lichterkette an. Der schönste Moment war, als wir die Zimmerbeleuchtung ausgeschaltet und die Lichterkette zum esten Mal eingeschaltet haben. Für einen kurzen Augenblick blieb die Zeit stehen und wir wurden wieder zu kleinen Kindern, die mit großen Augen den leuchtenden Weihnachtsbaum bestaunten.

Sophie Gugerell

Ich würde mich selbst nicht als konservativ oder traditionell bezeichnen. Trotzdem, was den Weihnachtsbaum und den Adventkranz angeht, schätze ich die Tradition dann doch sehr. Das liegt zu einem großen Teil am Geruch, den die Nadelhölzer verströmen. Erinnerungen und Emotionen sind oft am allermeisten in Gerüchen beheimatet und dieser Duft löst in mir gleichzeitig ein wohliges Gefühl von Geborgenheit, aber auch eine gewisse Aufregung aus. Innen drinnen bleibt man wohl immer das Kind, das sich auf das Christkind freut.

Markus Neumann

Für meinen Vater war der Weihnachtsbaum nie das Wichtigste. Er war nicht teuer und groß, sondern einfach ein Weihnachtsbaum. Klein, relativ verdorrt, einfach kein ausgewachsener Tannenbaum. Diese simple Haltung dazu fand ich als Kind weniger schön, aber mit der Zeit fand ich es immer angenehmer, nicht einen Baum aus seinem Leben zu reißen, der voll im Saft steht, sondern ein Überbleibsel der größeren, höheren und weiteren Kultur stattdessen zu nehmen. Denn es sollte dann doch an Weihnachten nicht um den Kapitalismus gehen, sondern um Rückbesinnung auf die Familie und dann kann man ruhig Mal einen verdorrten Baum adoptieren.

Jakob Untner

Der Christbaum ein Symbol für Weihnachten. Er kann Feuer fangen, durch die Kerzen, die an ihm hängen. Gleichzeitig kann er auch wohlig und gemütlich im Raum stehen. Seine Nadeln fallen zu Boden, weil er im Grunde genommen tot ist. Er zeigt Vergänglichkeit und Zeitgeist. Vor allem, wenn er aus Plastik ist.

Wir wünschen euch ein gesegnetes Fest!

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