Die deutsche Rapperin Ebow beehrte das Fluc in ihrer Wahlheimat Wien. Ein Bericht über einen fetzigen Abend in einer vollgepackten Venue.

Der von Shakesbeats organisierte Abend beginnt mit Kerosin95, einer jungen Rapperin, die mir gleich auf Anhieb sympathisch ist. Es ist für sie das erste Konzert, was man ihr aufgrund ihres Selbstbewusstseins nicht anmerkt. Alles in Allem liefert sie eine tolle Performance mit feministischen, antirassistischen und provokanten Texten ab! Weiter geht es mit Lucid Kid, einer vierköpfigen Gruppe, die mit ihrem Sound Mellow-Trap, Neo-Soul und Hip-Hop verbinden. Der letzte Support Act ist AliceD, welche gemeinsam mit 100 KG auf der Bühne steht und teils eigene, teils Songs von anderen Künstlern präsentiert.

(c) Thomas Ranner

Gegen 23:30 betritt Ebow gemeinsam mit dem DJ Collective Bad and Boujee die Bühne und hält eine spontane Ansprache. Davor hatte einer der Support Acts bei einem Coversong das N-Wort wiederholt ausgesprochen, daraufhin erntet dieser scharfe Kritik von Ebow und Bad and Boujee. Beide vertreten die Meinung, dass die Verwendung dieses Wortes, besonders 2019, in keinem Fall angebracht ist, speziell nicht bei einem Hip-Hop-Konzert, das ein safe space für alle sein sollte. (siehe auch hier)

(c) Thomas Ranner

Ebows musikalische Diversität ist auch beim Konzert stark zu spüren, Lieder aus allen ihrer Alben werden gespielt, darunter sogar einige bis jetzt unveröffentlichte Songs wie High, 4.20 oder Butterflies von ihrem Album K4L, welches am 29. März erscheinen wird. Die bereits genannte Diversität ist auch im sehr durchmischten Publikum stark wiederzuerkennen; keiner gleicht dem anderen.

(c) Thomas Ranner

Die wunderschön gemischte Setlist wurde nochmal um ein kleines Stückchen interessanter, als Ebow ein all-female-Medley von einigen ihrer Lieblingskünstlerinnen ankündigt, sie erntet lauten Jubel vom gut gelaunten Publikum und meistert auch das selbst zusammengestellte Medley mit Bravour. Danach geht es weiter mit ihren eigenen Songs, die motivierte Crowd kennt fast jedes Wort auswendig und rappt stets lautstark mit. Das Ende der Setlist macht der noch unveröffentlichte Track Neon Licht, darauf folgt der Encore bestehend aus K4L, Ebows neuestem Lied, und AMK (auch von K4L) beendet den aufregenden Abend. Vollkommen egal, ob sich der gesamte Konzert-Timetable um knapp 40 Minuten nach hinten verschoben hat, solche KünsterInnen schaffen es auch nach Mitternacht jedes Publikum zum Kochen zu bringen. Schmeckt ihr Blut!

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