…Wiener Gemeindebezirk in der WARDA-Zentrale, ganz oben im Dachgeschoss. Wenn man die letzten Jahre nicht hinter dem Mond gelebt hat, kommt man an dieser Agentur nicht vorbei, vor allem am Gründer und Geschäftsführer Eugen Prosquill. Er ist jung, talentiert und macht das Geld. 2016 listete das Wirtschaftsmagazin Forbes Austria ihn bei “30 unter 30”. Unser Redakteur Fero Zboray hat Eugen Prosquill getroffen, um ihm ein paar Erfolgsgeheimnisse zu entlocken.

Wer bist und was machst du?
Ich bin Eugen Prosquill, der Geschäftsführer der WARDA Network GmbH. Wir haben uns auf Werbung und digitale Produktionen spezialisiert. Zu uns gehören auch WARDA.at, eine Event- und Medien-Plattform, sowie WELLO.at, eine Anlaufstelle für Social Seeding.

Wie verrückt muss man sein, um eine Werbeagentur zu gründen?
Gute Frage – verrückt sein ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck. Du musst mutig sein, du musst etwas riskieren und du musst im richtigen Moment deine Chance ergreifen.

Wie hat das alles bei dir angefangen?
Ich habe während meiner Schulzeit als Eventfotograf begonnen. Damals habe ich als Abschlussarbeit die Partyfotoseite WARDA.at gegründet und wir haben begonnen, verschiedene Partys zu fotografieren. Durch die Menge der Arbeit haben wir uns eine Expertise aufgebaut, die uns auch geholfen hat, größere Kunden zu gewinnen.

Von einer Partyfotoseite zu einer Werbeagentur ist ein großer Sprung. Was war der Auslöser dafür, diese Entscheidung zu treffen?
Der Moment war, als wir mit dem Videodreh von Money Boy „Dreh den Swag auf“ 18 Millionen Klicks geschafft haben. Das war ein großer Erfolg und damit kann man hinausgehen. Mit dieser Erfolgsstory haben wir es geschafft, große Unternehmen auf uns aufmerksam zu machen.

WARDA Eugen Prosquill

Connected: Eugen Prosquill © Michael Hochwarter 2019

Wie war das bei deiner Familie? Gab es da Unterstützung oder doch Zweifel?
Meine Familie hat es anfangs nicht gutgeheißen. Meine Mutter ist aber inzwischen wirklich stolz auf mich und freut sich, dass es so gut läuft.

Die Werbebranche – ein Haifischbecken. Wie überlebt man?
Du musst „Talk of Town“ sein, Eigenwerbung machen, dich als Unternehmer positionieren und netzwerken. Talk of Town bleibst du, wenn du gute Arbeit leistest und dich gegen die Anderen gut positionierst.

Viele kreative Leute haben manchmal ihre Tiefs oder zweifeln an sich selbst. Hast du da eigene Methoden, die dich aus diesen Situationen herausholen?
Letztens habe ich mir die Fotos auf meinem Handy angeschaut und habe zwei Jahre zurückgescrollt. Da ist mir wieder bewusst geworden, was für tolle Dinge ich erlebt habe. Wir haben auch unseren berühmten Polaroid-Gang in der Agentur, wo auf beiden Wänden Polaroidbilder mit unseren Freunden, Partnern und Kunden hängen. Ich bin da noch nie durchgegangen ohne dabei links oder rechts zu schauen. Die Bilder motivieren mich und geben mir Kraft.

Hast du vielleicht ein paar Tipps an junge Leute, die Träume haben, aber sich nicht trauen, diese zu verwirklichen?
Es ist keine Schande zu scheitern! Es gibt nichts Wichtigeres, als das der Jugend beizubringen. Wir hören immer nur von den Erfolgen, aber die Niederlagen sind auch ein Teil des Erfolgs. Nur wenige sprechen gerne darüber.

Wo wärst du heute, wenn du nicht der Chef von WARDA wärst?
Ich wollte früher Archäologe werden, habe es wegen der Indiana-Jones-Filme als sehr spannend empfunden. (schmunzelt)

Was sind deine 5 Tipps um sich besser zu verkaufen?

  • Geh aus deiner Komfortzone heraus!
  • Sei überzeugt von dir!
  • Kenne deine Stärken und deine Schwächen!
  • Es dauert und entwickelt sich alles über die Jahre. Ich verkaufe mich jetzt anders, als vor zum Beispiel drei Jahren.
  • Mach dir keinen Stress!

Was motiviert dich?
Am meisten motivieren mich mein Freundeskreis und mein Umfeld. Ich habe kreative Leute aus verschiedenen Bereichen um mich und da hole ich mir auch meine Inspiration.

Was ist dein Beitrag, um die Gesellschaft zu verbessern?
Wir arbeiten seit über vier Jahren für den Verein „Jede Dose zählt“, dessen Ziel ist es, dass Getränkedosen gesammelt werden und den Weg in den Recyclingkreislauf finden. Wir investieren auch gerade in ein Start-Up, dass sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen bei der Optimierung ihres Energie-Fußabdrucks berät. Natürlich sind wir auch für neue Projekte, die die Welt ein bisschen besser machen, zu begeistern.

Danke für das Gespräch!

Infos und weiterführende Links

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