Die Wiener Genre-Grenzgänger LEGION OF BOKOR musizieren mit ihren stapfenden Thrash-Grooves und mitwipp-provozierenden Hard-Rock-Riffs. Wir durften bei der Live-Präsentation der Platte in der Wiener Szene dabei sein.

,,Ist Chuck Norris heute Abend eh nicht anwesend? Sonst würden wir die nächste Nummer nicht spielen..‘‘ fragt The Mosh, Leadsinger und Texter der Wiener Metaller LEGION OF BOKOR, schelmisch schmunzelnd die äußerst gut besuchte Wiener Szene. Kein Wunder, denn besteht einerseits der Support der Release-Show aus den berüchtigten Lokalmatadoren MEPHISTOS, CHAOS MESSERSCHMITT und MORTAL STRIKE, andererseits gibt es heute Abend auch die gesamte #Digital_Life-Platte zu hören – in voller Länge und mit dem ein oder anderen BOKOR-Klassiker aus früheren Zeiten noch als Draufgabe.

#Digital_Life bietet, wie der Titel bereits impliziert, über große Strecken Kommentare über moderne Existenzen. Egal ob der Verdruss über die überbordende Digitalisierung ausgedrückt wird (,,when you die / your profiles will survive‘‘), persönliche Kämpfe ausgefochten (,,don’t let them win / follow your dream‘‘; ,,Looking in the mirror / I do not like what I see‘‘) oder Religionskritik geübt wird (,,that was the day I stopped religion‘‘). Konflikt steht – passend zu der durchwegs aggressiven Spielart – deutlich im Vordergrund. All diese Thematiken klingen auf den ersten Blick wie direkt aus dem Thrash Metal-Handbuch – und diese Überlegung ist nicht so weit von der Wahrheit entfernt. Denn auch wenn das selbstverordnete Genre Hard Rock / Heavy Metal lautet, lassen sich doch deutliche Thrash-Einflüsse, egal ob auf Gitarre oder hinter dem Drum-Set, heraushören. Auch die Vocals sind keineswegs durchwegs clean, streckenweise schallen (passenderweise) Shouts and Growls aus den Boxen.

Doch zurück zu dem schwitzigen Abend in der Wiener Szene: Die auf den ersten Blick etwas seltsam anmutende Frage bezüglich Chuck Norris lässt sich mit einem Blick auf die Tracklist von #Digital_Life klären: ,,The Day I Killed Chuck Norris‘‘ findet sich an vierter Stelle, ein etwas augenzwinkernder Track, gespickt mit Polit- (und Game Of Thrones-) Referenzen, der mit flotten Riffs, fetziger Bridge und Brutalo-Breakdown-Chorus unheimliches Live-Potential besitzt – was die Band auch prompt unter Beweis stellt. Generell sieht man den Wienern die Freude am Präsentieren des neuen Materials durchgehend an. Das Publikum quittiert den offensichtlichen Enthusiasmus mit mindestens ebenso frenetischen Zeichen der Begeisterung – und einer Menge wippender Köpfe und fliegender Haare.

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