Ein Nachruf: Die Wiener Künstlerin Linda Bilda ist verstorben. Sie war vor allem für ihre gesellschaftskritischen Comics bekannt. Ihm Rahmen des Projekts “KunstRaum Garagen”, kuratiert von Barbara Holub, brachte sie 2015 Malerei in die Wipark-Tiefgarage der Freyung in Wien. Mit farbigen Wandmalereien verschönerten KunststudentInnen einen öffentlichen Ort, der gleichermaßen grau, gruselig und trostlos ist.

Wer sein Auto in der Wipark Tiefgarage Freyung abstellt, der wird sein buntes Wunder erleben. An den Abstellplätzen, sowie bei den Treppenaufgängen sind künstlerische Werke abgebildet. Die Leitung über dieses Projekt hatte die Wiener Künstlerin Linda Bilda, die mithilfe von KunststudentInnen die Tiefgarage verschönerte. Ziel der Arbeit war es, dass Garagen-Leitsystem zur besseren Orientierung neu zu gestalten und einen Raum zu schaffen, der weniger an eine dunkle Höhle erinnert. Als Ausgangspunkt der Höhlenmalerei und einer speziellen Glastechnik („Light-Glass“) entstand eine„Moderne Kathedrale“.

2015 © Julian Haas

Eine Frage der Perspektive

Ein grundlegendes Ziel des neu gestaltenden Leitsystems war es, dass GaragenbenützerInnen die Lage innerhalb der Garage schneller erfassen. Verschiedene Perspektiven und visuelle Darstellungen sollen dabei helfen, dem Besucher eine bessere Orientierung zu bieten. Mit verschiedenen Projektionen und Sichtweisen wird der Besucher durch das Treppenhaus geführt. Zentraler Bestandteil des Projektes ist die Zeitreise durch verschiedene Epochen der Geschichte. Angefangen mit der Prähistorie bis in die Gegenwart, erstreckt sich der Zeitrahmen durch alle fünf Tiefgeschosse der Garage. Betrachter werden dabei von Tiefgeschoss zu Tiefgeschoss in ein anderes Zeitalter geschickt.

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2015 © Julian Haas

Form und Funktion

Wie kommt man auf die Idee, eine Tiefgarage als Austragungsort künstlerischer Interventionen zu nutzen? Linda Bilda sagte dazu: „Die Firma Wipark macht es möglich, die das Projekt in Auftrag gegeben hat und  in den letzten Jahren schon für das ein oder andere Projekt zu haben war. Ein älteres Kunstprojekt mit dem Namen “Cash, Cans & Candys” hat die Firma Wi-Park mit Flächen für drei großdimensionale Murals (Wandgemälde) unterstützt.

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2015 © Julian Haas

Ein Nachruf auf Linda Bilda

Linda Bilda ist 1963 in Wien geboren. Nach einer Buchhändlerlehre und einem Studium an der Angewandten wurde sie bildende Künstlerin. Ihr wichtigstes künstlerisches Ausdrucksmittel war der Comic, weil es „zugleich sprachlich konkrete, als auch bildlich vielschichtige Informationen herstellen kann“. Ihr “Manifest für emanzipatorische Bildproduktion” wurde 2007 in der Zeitschrift „Die weiße Blatt. Zeitschrift für Kunst und Politik“ (1997 bis 2007) veröffentlicht, wo Linda Bilda Mitherausgeberin war. Im Jahr 2001 präsentierte sie die Ausstellung „Linda Bilda for Ernst Schmidt jr.“ in der Secession, die maßgeblich zur Anerkennung des Filmemachers beigetragen hat. 2011 wurde sie mit dem Outstanding Artist Award des BMUKK geehrt. Die Secession verliert mit Linda Bilda, die am 29.05.2019 verstorben ist, ein wichtiges Mitglied.

Infos und weiterführende Links

Secession

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