Am 21.1.2016 wurde der altehrwürdige Sendesaal einer Tiefenreinigung unterzogen: Parasol Caravan bliesen mit ihrem Stoner-Getöns sämtlichen Staub aus den Fugen

Zwei lieblich lächelnde Saalaufseher öffnen im feinen Zwirn die schwere Doppeltüre, man geht am frenetisch leuchtenden Mischpult vorbei, zwischen den Stuhlreihen, hinunter zur weitläufigen Bühne: der große Sendesaal im ORF Funkhaus in der Argentinierstrasse hat die feinsinnige Musikalität von Jahrzehnten der Piano- und Jazzbeschallung in seine Akustikverschläge eingesaugt. In diesem gediegenen Ambiente wurden die Rocker von Parasol Caravan und Lausch von der Leine gelassen.

Das Wiener Jung-Label Panta R&E, das sich mit stark progressiven Einschlag selbstbewusst in die Musiklandschaft pflanzt, hat sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen: Die Rock-Musik wurde an diesem Abend im Anzug zelebriert.

Was dem einen wie Blasphemie anmutet, dürfte den Kenner der Szene zutiefst gefreut haben. Eine österreichische Rockband performt nicht alle Tage in solch illustrem Ambiente. Ein starkes Zeichen, dass es dem musikalischen Untergrund der Republik gut steht, sich das Bühnenlicht der heiligen Hallen auf den Bauch scheinen zu lassen – und das ganz ohne Schuhe abzuputzen.

Roh, dezibelstark und dynamisch machten sich Parasol Caravan, die vierköpfige Stoner-Hydra aus Linz den Raum Untertan. Ein denkwürdiges Ereignis, welches den Einsatz einer Bewegtbild-Dokumentation des Stückes “Rising” mehr als legitimiert.

Nächste Woche dürfen wir uns über ein weiteres Video freuen: denn auch Lausch wurden selbstredend in dieser erfreulichen Stunde verewigt.

Comments

comments