Einmal im Jahr trifft sich dort am Nepomukteich die Szene und verwandelt die Ortschaft in ein kleines “Woodstock“. Mittlerweile schon zum fünften Mal wird das idyllische Waldhausen im Strudengau, der Anziehungspunkt vieler Stonerheads. Zwei Tage lang feinster Stoner Rock, so richtig laut. Denn auch heuer wieder lautet das Motto, “Stonern für den guten Zweck“.


Text: Michael Kendlbacher – Fotos: Thomas Hennerbichler, Christoph Kaltenböck, Nikola Supukovic, Stefan Kuback, Julian Haas, Michael Kendlbacher


Mit Gummistiefeln durch den Tag

Freitag – Lange bevor noch eine Bühne in Sichtweite ist, hört man schon die ersten Soundchecks der Bands durch den Wald hallen. Der Klang von dreckigen und verzerrten Gitarren Riffs kommt mir immer lauter entgegen, doch weit und breit nur Mischwald in Sicht. Der Weg zum Festival ist nämlich ein kleiner Wanderweg, der circa eine gute Viertelstunde vom Campingplatz entfernt ist. Das Wetter ist sehr trüb, denn es regnet. Doch die Menschen, die mir hier auf dem Weg zum Festivalgelände begegnen, haben keine traurigen Gesichter. Im Gegenteil. Ein junger Mann mit langen Haaren, barfuß und mit Bierdose in der Hand, lächelt mich beim Vorbeigehen an. Die zwei Mädels, die vor uns mit einer Weinflasche schlendern, schauen auch nicht aus als würde der Schauer sie stören. Ein Blick auf den Timetable. Gut in der Zeit, denn trotz des schlechten Wetters heizen die aus Finnland stammende Rockband Kaleidobolt dem Publikum als Erster ein. Der Sound kommt hart und deep aus den Boxen. Der Frontman schreit einen unverständlichen Satz durchs Mikro. Die magere Menge brüllt zurück. “Ich habe Hunger“, höre ich mich gedanklich laut rufen und marschiere in Richtung Frittenbunker. Dort angekommen, habe ich die Wahl zwischen Burger und Pommes, Hotfrog (eine Art Käsekrainer) oder etwas Vegetarisches (es sah lecker aus).

Guter Sound – guter Burger

Sowohl an der Auswahl der Speisen, als auch beim Line up haben sich die Veranstalter wieder richtig Mühe gegeben. Ein gut durchmischtes Setting aus internationalen, sowie heimischen Künstlern gab sich die Klinke in die Hand und ließ die Stoner-, Doom- und Psychedelic-Rock Herzen höher schlagen. Die österreichischen Helden White Miles überzeugten mit einer irren Performance. Auch die Veteranen der internationalen Stoner-Rock-Szene stimmten ihre Gitarren ein. Bands wie Uncle Acid & The Deadbeats, Causa Sui, oder Radio Moskau haben die weite Reise nicht umsonst gemacht. Ein ausverkauftes Festival und ein tobendes, schreiendes Publikum waren der Beweis. Das Schlusslicht bildeten die polnischen Haudegen von Sunnata. Ihre hämmernden Riffs und der deepe, sphärische Sound versprachen chronischen Tinnitus. Suma Sumarum, Hammer Bands, irre Stimmung – ein gelungenes Festival. Wieder einmal ein Wochenende ganz im Zeichen des Stoner Rocks. Ein kleines, friedliches und harmonisches Fest, dass durch seine Überschaubarkeit mit ca. 800 Gästen einem Familientreffen gleicht. Die Organisatoren haben wieder alles richtig gemacht. Die 3128 Einwohnergemeinde wurde nicht überrannt und mit Müll belagert, wie es bei anderen Festivals sonst der Fall ist. Denn beim Lake on Fire wird auch Recycling groß geschrieben.

GALLERY: THE PEOPLE OF LOF

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Deep Purble Bubbles 

Alles bunt und verzerrt. Runde Formen tanzen im Kreis. Kleine bewegte Bläschen laufen entlang der Leinwand, während sich die Bands die Blöße geben. Es sind die Details, die wenn man nicht genau hinsieht, an einem vorbeiziehen. Ein anderes mal sind es Schleier und Schlieren, die sich ganz langsam wieder auflösen. Die Rede ist von Visuals. Und weil auch das Auge verwöhnt werden möchte, wurden Visuals in Echtzeit und in “Handarbeit“ auf die Bühne projiziert. Mittels einem Overhead und ein paar simplen Alltagsgegenständen, wurden so Rockriffs und Percussion-Schläge in einer anderen Form sichtbar gemacht. Verantwortlich  für dieses bunte Treiben sind die Ufonauten. Diese verschönern auch andere Festivals in Europa. Wie zum Beispiel, das Ozora Festival in Ungarn.

Hier ein Video:

Stonern für den guten Zweck 

Der Verein Saitwärts ist eine junge gemeinnützige Kulturorganisation und gleichzeitig der Veranstalter des Lake on Fire Festivals. Die Organisatoren, Stephan Reindl, Jakob und Victor Aigner und Alfred Aigner, zeigen wie jedes Jahr großes soziales Engagement und spenden den Erlös des Musikevents für wohltätige Zwecke. Der Gewinn von 2014 zum Beispiel kam dem Roten Kreuz Perg zugute. 2015 wurde der Erlös dem Diakoniewerk, welche Menschen mit Handycap unterstützt, gespendet. Außerdem wollen die Jungs auch die heimische Underground-Rock-Szene fördern. Deshalb wurde die Plattform Stoner Rock Austria ins Leben gerufen. Junge Bands haben dort die Möglichkeit sich der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Nähere Informationen sind unter www.lakeonfirefestival.com zu finden!

GALLERY: THE ROCK OF LOF

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