Was ist passiert: Der junge Mann von der JVP Tirol arbeitete – ehe er ins Parlament gelangte – bei einer Werbeagentur. Seinen damaligen Chef Herrn Z. nahm er als seinen wichtigsten Mitarbeiter gleich mit ins Parlament. Eine Affäre um ein inszeniertes Fake-Gewinnspiel holt beide nun ein.

Herr Schrott hat auf seiner FB-Seite im Oktober 2017 ein “Gewinnspiel” öffentlichkeitswirksam veranstaltet. 23 “Tagessieger” waren im Topf. Eine Verwandte des Herrn Z. zog den Namen einer gewissen Frau K. Wir gratulieren! Leider ein Wermutstropfen: Alle 23 im Topf befindlichen Namen lauteten auf Frau K. und Frau K. ist ein Fakeprofil, hinter dem sich eine Agentur versteckt, für die der Neo-Abgeordnete Schrott arbeitete. Der Geschäftsführer dieser Agentur ist nebenbei bemerkt ein persönlicher Mitarbeiter des Abgeordneten Schrott im Parlament.

Screenshot von www.dominik-schrott.at

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Jedoch hat sich die Nichte des Herrn Z. offenbar mit diesem zerstritten und so manches wurde publik. Sie gestand und gesteht weiter: Zum Beispiel, dass es bei einer weiteren Tombola für eine lokale Trachtenfirma, für welche sich ebenfalls die Agentur des Herrn Z. verantwortlich zeigte, nicht ganz unähnlich ablief. Hier ging es um ein iPhone X, das die Nichte des Herrn Z. unter Vorgabe eines falschen Namens gewonnen haben soll. Die Nichte erhielt jedoch keinen “Gewinn” in Form eines iPhone X, sondern für das öffentlichkeitswirksam gespielte Theater der “Tombola” 50 EUR Gage. Ihr dabei verwendeter Name als vermeintliche “Siegerin” war identisch mit dem Namen jener Frau, die bei Herrn Schrotts Tombola gezogen wurde. Die Nichte erhielt also nicht das iPhone X,  sondern für das so lebensecht dargebotene Theater 50 EUR Gage. Applaus! Applaus!

Lieber Herr Schrott, jung und dynamisch türkis sein heißt also sich der neuen Möglichkeiten der sozialen Netzwerke zu bedienen und zwar soweit, dass ein gewisser Tal Silberstein Ihnen gewiss gewogen wäre. Oder auch nicht, denn die Nichte des Herrn Z. und Ihr Vorgehen zeigen auf, wie dilettantisch hier betrogen wurde. Sie meinen nach wie vor davon nichts gewusst zu haben, Herr Schrott? Ernsthaft? Nehmen Sie es bitte zur Kenntnis: Ihr steiler politischer Aufstieg endet als Fake. Alles Gute Ihnen noch für Ihr weiteres Erwerbsleben! Ihre türkisen Parteifreunde werden Sie schon nicht im Regen stehen lassen.

PS: Dieser Beitrag gibt die persönliche Meinung des Autors wieder und erhebt keinen Anspruch auf Gültigkeit. Die dieser Kolumne zugrunde liegenden Vorfälle dürften gegenwärtig seitens der Staatsanwaltschaft untersucht werden. Ins Rollen hat diese Affäre der Blog des vom Autor dieser Kolumne sehr geschätzten Herrn Markus Wilhelm (http://www.dietiwag.org/) gebracht. Mit ein klein wenig Delay werden wir alle bald noch weit mehr über die tatsächlichen Ereignisse in Erfahrung bringen können. Wir haben Geduld.

schrott

Dominik Schrott (Foto: Benny Klotz)

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Die Tiwag:  Tagebuch

Die Tiwag:  Tagebuch (Das vielleicht verlogenste Exemplar der türkisen Polit-Truppe)( Markus Wilhelm)

 

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Peter Türk

Peter Türk, geb. 1965 in Wien. Im Jahr darauf erste Worte, dann lange nichts. Etwa hundert Jahre später wieder begonnen zu schreiben, dazwischen in fast chronologischer wie aufrichtiger Reihenfolge: Lagerarbeiter, Briefträger, Portier, Plakateur, Schädlingsbekämpfer, Platzanweiser, Kellner, Taxifahrer, Philosophiestudent a la Herbert Kickl (also nicht abgeschlossen), Physikstudent (ebensowenig geschlossen), Krankenpfleger, Lader am Flughafen Wien, Totengräber, Musiker (erfolglos). An und nicht abschließend annähernd 20 Jahre erfolgreich selbständig arbeitend als Geschäftsführer zweier Firmen, schließlich im Weingarten geblieben, weil man ihn dort vergessen hat. Hobbys: Prozessieren, Heiraten und fünfblättrige Kleeblätter verschlucken, weil zu viel Glück dem Menschen schaden tut. Peter lebt in Wien und besucht oft Dornbach sowie das Film- wie das Foltermuseum

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